Um mich rum wogt das Meer, der Wind peitscht durch mein Haar
Eben stand ich noch im Kampf, den Feind vor mir ganz klar
Kalt und schwer zieht das Meer an meinem nassen Kleid
Schmerzen aus verschiedensten Wunden geißeln meinen schwachen Leib
Mann über Bord ist der Ruf den ich jetzt hören will
Doch bis auf den Wellenschlag bleibt die Welt um mich rum still
Ein Pfeil flog heran, er fand sein lebend Ziel
Wankend trieb er mich zurück, es war ein Schlag zu viel
Taumelnd auf den nassen Planken löste sich mein Gleichgewicht
Traf die Reling in den Rücken, meine Hand ins leere Griff
Schnell verließen nun die Füße rotes Holz, den blutig Grund
Schreiend fiel ich in die Tiefe, unter mir der kalte Sund
In der Brust der schwarze Schaft, der Pfeil zieht die Lebenskraft
Langsam weicht der Mut aus, mir es hält mich immer weniger
Kraftlos folge ich dem Licht, das sich in den Wellen bricht
Ägirs Töchter ziehen an mir, was soll ich denn nur noch hier
Mann über Bord ist der Ruf den ich jetzt hören will
Doch bis auf den Wellenschlag bleibt die Welt um mich rum still
Immer öfter taucht mein Kopf nun tief hinein ins kalte Nass
Auch kann ich jetzt nichts mehr spüren, keine Schmerzen, keinen Hass
Sterne schweben vor den Augen, schwärze hüllt den blassen Leib
Mir entströmt das rote Leben, während ich gen Norden treib
Fächerartig helle Strahlen
Wie sie durch die Schwärze schneiden
Hier an diesem göttlich Anblick
Könnt ich mich unendlich weiden
Doch jetzt bin ich auch bereit
Endlich ist es an der Zeit
Die Lungen sich mit Wasser fluten
Das letzte Bläschen aufwärts steigt
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